Diese deutschen Instagram-Accounts sind 2026 bisher am stärksten gewachsen

  • Netzschreier und HypeAuditor analysieren, welche 50 deutschen Influencer im ersten Halbjahr 2026 am stärksten gewachsen sind
  • Extremsportler Arda Saatçi ist der erfolgreichste deutsche Influencer des bisherigen Jahres
  • Vier Nationalspieler und ein Bundestrainer-Kandidat zählen zu den erfolgreichsten deutschen Accounts

Ein Beatbox-Weltmeister, ein Meeresbiologe und ein Oberbürgermeister haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Doch sie alle zählen zu den am schnellsten wachsenden deutschen Instagram-Accounts des ersten Halbjahres 2026. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Influencer-Agentur Netzschreier und der Social-Media-Datenplattform HypeAuditor. Die beiden Unternehmen haben erneut mehr als eine Million deutscher Instagram-Accounts untersucht und die 50 mit dem größten Followerwachstum herausgefiltert.

Diese Instagram-Accounts sind am stärksten gewachsen

Der wachstumsstärkste Influencer des bisherigen Jahres ist der Extremsportler Arda Saatçi. Der 29-jährige Berliner übertrug in diesem Jahr einen 600-Kilometer-Lauf durch das Death Valley in Kalifornien per Livestream und sorgte damit international für Aufmerksamkeit. Das zeigt sich auch auf seinem Instagram-Account: Allein in den ersten sechs Monaten 2026 gewann er 1,876 Millionen neue Follower und steht inzwischen bei insgesamt 2,986 Millionen Instagram-Fans.

Direkt dahinter folgt der Musiker Selam Araya, der sich beim Singen von Coversongs an Bushaltestellen filmt und dabei mal neben Passanten sitzt und mal neben Prominenten wie Spielern der österreichischen Nationalmannschaft. Das brachte ihm allein in diesem Jahr 1,043 Millionen neue Follower und damit fast seine gesamte Reichweite von 1,088 Millionen Fans. Komplettiert wird die Top fünf vom Hamburger Creator Juan Bergman (+1,032 Mio), dem in Berlin geborenen Fußballer Ibo Maza (+838.021), der aktuell für Bayer 04 Leverkusen und die algerische Nationalmannschaft spielt, sowie dem Beatboxer Julius Treike (+836.861).

Fußball, Politik, Nischen-Content: Wachstum kennt keine Schublade

Ibo Maza ist allerdings längst nicht der einzige Account mit Fußball-Hintergrund. So finden sich trotz des sportlich enttäuschenden WM-Verlaufs gleich vier aktuelle Nationalspieler, ein Bundestrainer-Kandidat und ein früherer Nationaltorwart in der Liste. Am stärksten gewachsen ist dabei Jürgen Klopp (+626.960, Platz acht), der derzeit als Nagelsmann-Nachfolger Nummer eins gehandelt wird. Es folgen Manuel Neuer (+554.163, Platz neun), Florian Wirtz (+449.027, Platz 14), Jamal Musiala (+376.333, Platz 21), Lennart Karl (+359.766, Platz 27) und Oliver Kahn (+284.781, Platz 38).

Auch zahlreiche weitere Prominente, die in diesem Jahr in klassischen Medien sehr präsent waren, haben in den sozialen Medien zusätzliche Reichweite gewonnen. Dazu zählt etwa Boxer Agit Kabayel (+295.380, Platz 36), der nach dem Titelverzicht von Oleksandr Usyk zum ersten deutschen Schwergewichts-Weltmeister (WBC) seit Max Schmeling wurde, oder auch der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (+338.120, Platz 28), der rund um den Wal Timmy präsent war. Auch Moderatorin Collien Fernandes (+384.563, Platz 20), die im März dieses Jahres schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen erhob, stand dieses Jahr im Zentrum gesellschaftlicher Debatten. Das führte auch in den sozialen Medien zu großer Aufmerksamkeit.

Nachdem im Wahlkampfjahr 2025 gleich mehrere Politiker unter den wachstumsstärksten Accounts präsent waren, schaffte es dieses Jahr nur der Grünen-Politiker Dominik Krause (+250.910, Platz 43), der relativ überraschend zum Münchner Oberbürgermeister gewählt wurde, in die Top 50. Dafür ist mit dem Streamer Marcant (+712.768, Platz sechs), vor allem für seine kritischen Interviews mit rechtsextremen Demonstranten bekannt, ein explizit politischer Creator auf einen der vordersten Plätze des Rankings.

Gleichzeitig zeigen diverse Accounts einmal mehr, dass es auf Social Media nicht unbedingt große Themen und breite Medienaufmerksamkeit braucht, sondern dass auch für die etwas schrägeren Geschichten Platz ist. Dazu zählen die Falknerin Nathalie Denolf (+264.920, Platz 39), die in diesem Jahr ihre Followerschaft mehr als verfünfzigfacht hat und dadurch den größten prozentualen Anstieg in den Top 50 vermelden kann, der Tier-Chiropraktiker Murat Colak (+360.302, Platz 26) oder die in Deutschland lebende US-Amerikanerin germanwithsammy (+262.727, Platz 40), die ihren Followern beim Deutschlernen hilft. Sie ist zugleich ein Beispiel dafür, dass keineswegs alle Top-Accounts primär auf Deutsch kommunizieren: Nur 26 der 50 Accounts tun dies ausschließlich. Der Rest sendet überwiegend in einer anderen Sprache oder gemischt.

Allerdings konnte längst nicht jeder Bundesliga-Profi seine Reichweite im Saisonverlauf steigern. Insgesamt verloren 142 Spieler während der Saison sogar Follower. Besonders deutlich traf es Lucas Vázquez von Bayer Leverkusen. Seit seinem Wechsel von Real Madrid büßte der Spanier rund 988.000 Follower ein, ist mit derzeit 21,6 Millionen Fans aber weiterhin der größte Influencer der Bundesliga. Neben Vázquez verloren auch Mario Götze (Eintracht Frankfurt, -342.000), Christian Eriksen (VfL Wolfsburg, -219.000) und Michy Batshuayi (Eintracht Frankfurt, -192.000) jeweils mehr als 100.000 Follower.

Bei den Vereinen gibt es sogar zwei Teams, deren Spieler zusammengerechnet am Saisonende weniger Fans hatten als noch zu Beginn der Spielzeit. So würden Union Berlin (-82.977 Follower) und der 1. FC Heidenheim (-9.520) in der Social-Media-Tabelle von Netzschreier direkt absteigen.

Netzschreier-Mitgründer: „Aufmerksamkeit wird in sozialen Medien noch immer demokratisiert”

„Natürlich wachsen Fußballstars oder bekannte Moderatorinnen besonders stark, wenn sie im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Allerdings finden sich unter den erfolgreichsten deutschen Social-Media-Accounts eben auch eine Falknerin, ein Meeresbiologe oder ein Extremsportler. Entscheidend für den Erfolg im Netz ist also weniger, aus welcher Branche jemand kommt oder wie prominent die Person bereits ist. Entscheidend ist vielmehr, ob Menschen das Gefühl haben, bei etwas Besonderem dabei zu sein. Wer Menschen zum Staunen, Mitfiebern oder Nachdenken bringt, hat heute die besten Chancen auf nachhaltiges Wachstum in den sozialen Medien. Das zeigt für mich sehr deutlich, dass soziale Medien trotz aller berechtigten Kritik Aufmerksamkeit noch immer demokratisieren und es ermöglichen, dass auch Geschichten abseits des Mainstreams ein Millionenpublikum erreichen“, kommentiert Marlon Giglinger, Mitgründer und Geschäftsführer von Netzschreier die Analyse.

Er ergänzt: „Änderungen bei den Algorithmen der Social-Media-Plattformen haben in den letzten Jahren zu dieser Demokratisierung beigetragen. Gerade bei Instagram und Facebook waren die Feeds von Nutzenden lange ausschließlich mit Inhalten von Accounts gefüllt, denen man folgte. Bei TikTok hingegen wird ein Follow weniger stark gewichtet. Stattdessen kann dort quasi jedes Kurzvideo breit ausgespielt werden, wenn der Algorithmus es für passend erachtet. Um mit der Konkurrenz gleichzuziehen, haben Metas Plattformen und sogar LinkedIn mittlerweile Änderungen implementiert, die qualitativen Content priorisieren, egal von wem er kommt. So werden die sozialen Medien zu einem bunteren Ort.“

Über die Untersuchung

HypeAuditor und Netzschreier haben die Performance von Influencerinnen und Influencern in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 analysiert. Das Ranking zeigt die 50 Creator mit dem größten absoluten Followerzuwachs. Marken, Unternehmen und Plattform-Accounts wurden bei der Analyse ausgespart. Analysezeitraum: 01.01.2026 bis 30.06.2026.