Diese Sportler haben durch Olympia Social-Media-Reichweite gewonnen
- Netzschreier analysiert, wie sich die Instagram-Reichweiten aller deutschen Teilnehmer bei den Olympischen Winterspielen 2026 verändert haben
- Skirennläuferin Emma Aicher legte mit Abstand am stärksten zu
- Insgesamt gewann das deutsche Team knapp 400.000 neue Follower hinzu
Platz fünf im Medaillenspiegel, Enttäuschungen in Schlüsseldisziplinen, wenige Überraschungen: Für das deutsche Team liefen die Olympischen Winterspiele 2026 nicht ganz wie erhofft. Doch dafür konnten einige Athleten immerhin in den sozialen Medien punkten. Das hat die Influencer-Agentur Netzschreier herausgefunden, als sie die Reichweiten der deutschen Olympioniken vor und nach den Winterspielen analysiert hat. Insgesamt erreichen die 188 deutschen Sportler jetzt 395.000 Follower mehr als noch vor den Spielen.
Diese Sportler profitierten auf den Socials am stärksten von Olympia
Die Skirennfahrerin Emma Aicher staubte bei den Olympischen Winterspielen 2026 gleich zwei Silbermedaillen ab, doch in einer Disziplin ist sie absolute Spitzenreiterin: Kein anderer deutscher Olympia-Teilnehmer konnte während der Spiele in Mailand und Cortina so viele Social-Media-Follower hinzugewinnen. Mit ihren 49.900 neuen Followern konnte die deutsch-schwedische Sportsoldatin ihre Reichweite fast verdoppeln und kommt nun auf rund 110.500 Instagram-Fans.
Auf dem zweiten Platz liegt ein Goldmedaillengewinner: Skispringer Philipp Raimund sorgte mit seinem Sieg auf der Normalschanze für eine der großen deutschen Olympia-Überraschungen und darf sich über 22.900 neue Follower auf Instagram freuen. Platz drei holt sich Eishockey-Profi Leon Draisaitl (+22.800 Follower), der auch schon vorher zu den Top-Performern auf Instagram unter Deutschlands Athleten gehörte. Rang vier geht an die Eiskunstläuferin Minerva Hase, die im Paarlauf Bronze holte, mit 15.100 neuen Followern. Die Rodlerin Julia Taubitz, die sich gleich doppelt über Gold freuen durfte, vollendet die Top fünf mit einer um 13.400 Follower gestiegenen Reichweite.
Bei diesen Sportlern gab es prozentual die stärkste Veränderung
Schaut man beim deutschen Team auf die anteiligen Veränderungen bei der Reichweite, zeigen sich noch weitere Gewinner im Wettrennen um Likes und Follower: Die Skeleton-Fahrerin Susanne Kreher holte bei ihren ersten Olympischen Spielen nicht nur doppelt Silber, sondern konnte ihren Followercount versechsfachen, von 840 Followern auf 5.200 (+512,6 Prozent). Snowboarder Christoph Lechner schafft es mit einem Wachstum von 406,8 Prozent im anteiligen Vergleich auf den zweiten Platz. Auch Rodler Max Langenhan setzte Edelmetall in Reichweite um. Seine Followerzahl auf Instagram stieg von 2.880 auf 13.000. Der Anstieg von über 350 Prozent freut ihn vielleicht fast so sehr wie seine zwei Goldmedaillen.
Olympioniken in diesen Sportarten haben am meisten Follower gewonnen
Wie schon zu Anfang der Spiele bleiben die deutschen Skispringer mit durchschnittlich 50.100 Followern die reichweitenstärkste Gruppe unter den deutschen Athleten, doch den größten Zuwachs verzeichnet eine andere Sportart: Deutschlands neunköpfiges Ski-Alpin-Team, zu dem auch Emma Aicher gehört, verzeichnet ein Wachstum von rund 6.300 Followern pro Kopf. Die Eiskunstläufer sichern sich hingegen den zweiten Platz mit einem durchschnittlichen Anstieg von 5.700 Followern, während auf dem dritten Platz die Instagram-aktiven Skispringer mit 4.800 neuen Followern pro Kopf stehen.
Prozentual hat allerdings eine andere Sportart abgesahnt: Deutschlands überraschend starke Curler waren zu Beginn der Spiele mit 842 Followern pro Kopf die Sportler mit der geringsten Reichweite. Mit nun 2.300 Followern pro Kopf sind sie das zwar immer noch, aber konnten ihre Reichweite immerhin mehr als verdoppeln (+172,2 Prozent). Auch die Skeleton-Fahrer erreichen mit einem Reichweiten-Wachstum von 122,7 Prozent jetzt mehr als das Doppelte ihrer vorherigen Reichweite und liegen beim Wachstum auf dem zweiten Platz. Deutschlands Rodler dürfen sich immerhin über einen Anstieg von 73,9 Prozent bei der Reichweite freuen.
So schneidet das deutsche Team im internationalen Vergleich ab
Das Wachstum der deutschen Olympioniken auf Instagram ist erfreulich, verblasst aber im internationalen Vergleich. Während die 188 deutschen Athleten zusammen knapp unter 400.000 Follower hinzugewinnen konnten, wuchs der Account der amerikanischen Eiskunstläuferin Alysa Liu, die in Cortina zwei Goldmedaillen gewann, um knapp 4,1 Millionen Follower – vor den Spielen hatte sie etwas mehr als 210.000, inzwischen hat sie 4,3 Millionen. Und auch Eisschnellläuferin Jutta Leerdam, die nicht nur eine Goldmedaille, sondern auch einen neuen olympischen Rekord holte, legte mit knapp 1,3 Millionen Followern alleine dreimal so stark zu wie die gesamte deutsche Delegation.
Dass virale Momente und Medaillen alleine kein Millionenwachstum bedeuten, zeigt allerdings das Beispiel des Biathleten Sturla Holm Lægreid, dessen Fremdgehbeichte nach Gewinn einer Silbermedaille durch die Weltpresse ging: Sein Account wuchs während der Olympischen Spiele gerade mal um 3.800 Follower.
Netzschreier-CEO: „Olympia kann ein Sprungbrett sein, doch nicht jeder Sportler nutzt es“
„Nur die wenigsten Olympioniken können allein vom Sport leben. Deshalb ist Social Media für viele Athletinnen und Athleten längst mehr als ein Nebenschauplatz. Reichweite lässt sich dort über Sponsoring, Markenkooperationen oder eigene Produkte direkt monetarisieren. Auch deshalb bieten die Olympischen Spiele eine enorme Chance: Millionen Menschen verfolgen die Wettkämpfe, Emotionen stehen im Vordergrund und Namen werden innerhalb weniger Tage bundes- oder sogar weltweit bekannt. Wer diese Aufmerksamkeit in nachhaltiges Community-Wachstum übersetzt, kann den Leistungssport dadurch im Idealfall sogar zum Hauptberuf machen”, kommentiert Marlon Giglinger, Gründer und Geschäftsführer von Netzschreier die Analyse. Er ergänzt:
„Medaillen und TV-Präsenz allein reichen allerdings nicht aus, um ein Social Media-Star zu werden. Unsere Analyse macht das deutlich: Sieben deutsche Medaillengewinner haben trotz Podiumsplatz weniger als 1.000 neue Instagram-Follower aus Cortina mitgenommen – wobei es sich fairerweise bei sechs davon um Anschieber handelt, die tendenziell im Hintergrund stehen. Auch das Gesamtwachstum von knapp 400.000 neuen Followern für alle deutschen Olympioniken zusammen ist im internationalen Vergleich kein außergewöhnlich starkes Ergebnis. Das liegt möglicherweise daran, dass viele deutsche Sportler ihre Vorbildfunktion sehr ernst nehmen und auf Provokation oder bewusste Zuspitzung verzichten. Internationale Sportstars wie Jutta Leerdam oder Eileen Gu hingegen erzeugen zusätzliche Aufmerksamkeit nicht nur durch sportliche Leistungen, sondern auch durch kontroverse Diskussionen.
Es gibt aber auch Athleten, die sich während der Spiele vollständig aus den sozialen Medien zurückgezogen haben und bewusst auf zusätzliche Reichweite verzichten. Die Biathletin Vanessa Voigt etwa kündigte eine Social-Media-Pause an und deaktivierte ihre Accounts als Reaktion auf negative Kommentare. Das unterstreicht, dass digitale Sichtbarkeit auch psychische Belastungen mit sich bringen kann. Für manche Athleten ist es daher aus gesundheitlicher Perspektive die klügere Entscheidung, sich vollständig auf den Sport zu konzentrieren. Für andere wiederum markiert die neu gewonnene Reichweite den Beginn eines neuen Kapitels in ihrer Karriere.“
Über die Untersuchung:
Für den Vergleich wurden die offiziellen Instagram-Profile aller Athleten des deutschen Teams erfasst, die für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo nominiert wurden. Grundlage der Untersuchung ist die offizielle Nominierungsliste des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Insgesamt wurden 188 Sportler (inklusive vier Ersatzathleten) aus 14 Disziplinen berücksichtigt. Davon führen alle ein Instagram-Profil auf der Plattform. Die Bobsportler Tobias Arlt und Tobias Wendl führen einen gemeinsamen Account. Ausgewertet wurden die absoluten Followerzahlen pro Athleten sowie die Reichweiten zwischen den einzelnen Sportarten. Der Stand der Followerzahlen vor den Olympischen Spielen (02.02.2026) wurde dann mit Zahlen nach Ende der Spiele verglichen (Stand der Untersuchung: 23.02.2026).
