Hier kommuniziert die Polizei am erfolgreichsten
- Netzschreier analysiert die Social-Media-Präsenz der Polizei in Deutschlands 50 größten Städten
- Insgesamt erreichen lokale Polizei-Accounts in Deutschland mehr als neun Millionen Follower
- In München, Osnabrück und Frankfurt am Main erreichen Polizei-Accounts die meisten Follower pro Einwohner
- Neun Dienststellen haben gar keine eigene Social-Präsenz
Die Polizei – dein Freund und Creator. In den vergangenen Jahren sind die sozialen Medien für Deutschlands Polizisten immer wichtiger geworden, um direkt mit der Bevölkerung zu kommunizieren und das Profil des Berufsbilds zu schärfen. Doch in welchen Städten Deutschlands resultiert die Social-Media-Strategie der lokalen Polizei in der größten Reichweite? Um das herauszufinden, hat die Influencer-Agentur Netzschreier die Social-Media-Profile der Polizei in Deutschlands 50 größten Städten analysiert und mit der Einwohnerzahl verglichen. Dabei wurden Instagram, Facebook, X, LinkedIn, YouTube, Threads, TikTok und eigene WhatsApp-Gruppen berücksichtigt. Das Ergebnis: Insgesamt erreichen diese mehr als neun Millionen Follower. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Städten große Unterschiede bei den Reichweiten.
In diesen Städten ist die Polizei auf Social Media am erfolgreichsten
In keiner Stadt nutzt die Polizei die sozialen Medien erfolgreicher als in München. Über fünf Plattformen hinweg versammelt das Münchner Polizeipräsidium knapp 1,34 Millionen – und das bei etwa 1,49 Millionen Einwohnern. Auf 1.000 Münchner Einwohner kommen entsprechend 899,8 Follower eines Polizei-Accounts. Das ist mehr als das Doppelte der durchschnittlichen Reichweite der Polizei in Deutschlands größten Städten, die bei 396,1 Followern je 1.000 Einwohner liegt. Besonders erfolgreich ist die Münchner Polizei auf X mit 487.000 Followern.
Auf die Einwohnerzahl gerechnet gehört auch die Polizei Osnabrück zu Deutschlands Top-Performern: 138.800 Follower von Polizei-Accounts kommen hier auf 165.700 Einwohner, was 835,6 Followern je 1.000 Einwohnern entspricht. Frankfurt am Main landet mit 773,5 Followern pro 1.000 Einwohner auf dem dritten Platz des Rankings. Die Berliner Polizei erreicht mit 2.229.850 Followern die größte Reichweite aller Städte, landet im Verhältnis zur Bevölkerung aber auf Platz vier (605,1/1.000 Einwohner). Auf dem fünften Platz liegt Wiesbaden mit 558,4 Followern pro tausend Einwohner.
In diesen Städten ist die Polizei weniger erfolgreich auf den sozialen Medien
In neun von Deutschlands 50 größten Städten hat die Polizei überhaupt keinen Social-Media-Auftritt. Wer in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Erfurt, Potsdam, Leverkusen, Mülheim an der Ruhr, Solingen oder Saarbrücken Informationen der lokalen Polizei erhalten möchte, muss entweder den Polizei-Accounts der Bundesländer folgen oder auf traditionelle Medien zurückgreifen.
In den Städten, in denen die Polizei auf Social Media aktiv ist, haben die Beamten in Magdeburg die geringste Reichweite. Insgesamt erreichen die Ordnungshüter, die hier ausschließlich auf X kommunizieren, 19.100 Follower, was 78,2 Followern pro 1.000 Magdeburgern entspricht. Auch in Halle (85,7/1.000 Einwohner), Rostock (98,6/1.000 Einwohner), Kiel (149,9/1.000 Einwohner) und Lübeck (156,9/1.000 Einwohner) ist die Polizeipräsenz auf Social Media eher gering.
In diesen Bundesländern ist die Polizei auf den sozialen Medien
Vielerorts ist Social-Media-Arbeit zwischen den Städten und Bundesländern aufgeteilt. Deshalb ergibt es Sinn, auch einen Blick auf die Followerzahlen der Bundesland-Accounts zu werfen. Hier haben die Stadtstaaten die Nase vorn: Berlin (605,1/1.000 Einwohner), Hamburg (469,2/1.000 Einwohner) und Bremen (230,2/1.000 Einwohner) können mit den verhältnismäßig höchsten Followerzahlen aufwarten. Das Saarland landet mit 135,7 Followern pro 1.000 Einwohner auf Platz vier des Rankings, Sachsen-Anhalt folgt mit 108,8 dahinter.
In Bayern dagegen sollte jemand den Social-Media-Notruf wählen. Die Accounts der Polizei Bayern kommen lediglich auf 146.510, was bei über 13 Millionen Einwohnern knapp 1,1 Prozent der Bevölkerung entspricht. Die geringe Reichweite auf Landesebene könnte auch daran liegen, dass es in vielen Regionen Bayerns eigene regionale Polizei-Accounts gibt: Beispielsweise betreibt die Polizei in Unterfranken, Mittelfranken und Oberfranken eigene reichweitenstarke Accounts unabhängig von den Bayern-Profilen. Auch die Polizeibehörden der Bundesländer Baden-Württemberg (21,8/1.000 Einwohner) und Hessen (29,4/1.000 Einwohner) sind auf Social Media abgehängt.
Auf diesen Plattformen ist die Polizei am stärksten vertreten
Am häufigsten nutzt die Polizei in Deutschlands größten Städten X. Von den 41 auf Social Media aktiven städtischen Polizeibehörden sind 38 auf dem Kurznachrichtendienst präsent. Allerdings sind nicht alle dieser Accounts noch aktiv. 2024 zog sich etwa die Polizei Osnabrück von Elon Musks Plattform zurück, wobei der Polizei-Account dort noch besteht. 37 lokale Polizeibehörden kommunizieren über Facebook, 32 sind auf Instagram. Weniger beliebt sind die Plattformen LinkedIn, auf der zehn Städte Accounts pflegen, und YouTube und Threads mit jeweils fünf Accounts. Nur in München, Berlin und Hamburg betreibt die Polizei TikTok-Accounts – dort aber sehr erfolgreich mit durchschnittlich 434.730 Followern. Jenseits der klassischen Kanäle sind einige Polizeibehörden auch auf unüblichen Plattformen unterwegs: Die Polizei Berlin verfügt etwa über Accounts bei Spotify und Snapchat. Die Polizei Hannover besitzt einen Twitch-Account, der zuletzt vor 8 Monaten bespielt wurde.
Netzschreier-CEO: „Social-Media-User wollen nicht nur Unterhaltung”
„Social-Media-Plattformen sind für die Polizei längst nicht nur ein Werkzeug, um lokale Meldungen oder Fahndungsaufrufe zu kommunizieren. Die Behörden zeigen gerade auf Plattformen wie Instagram oder TikTok menschliche Einblicke in ihren Berufsalltag. Das verbessert einerseits das eigene Image vor Ort und stiftet Vertrauen in der Bevölkerung, und lockt andererseits potenzielle Fachkräfte an. Das schafft etwa das Berliner YouTube-Format ‚Hundertzehn‘, das Millionen Menschen erreicht, doch auch in Städten ohne das Budget für Hollywoodproduktionen produzieren Ordnungshüter erfolgreichen authentischen Content“, erklärt Netzschreier-CEO Marlon Giglinger.
„Die Polizei München ist auf die Zahl der Einwohner gerechnet die erfolgreichste Polizeibehörde und zeigt eindrücklich, wie die Institutionen durch den richtigen Plattformmix die Balance zwischen Entertainment und Seriosität finden können: X, WhatsApp oder auch Facebook fungieren vor allem als Nachrichtenticker, um über lokale Ereignisse zu informieren, während auf Instagram und TikTok Nahbarkeit und Persönlichkeiten im Vordergrund stehen. Für reichweitenstarke Beiträge reichen hier oft freundliche Fotos von Einsätzen oder ehrliche Einblicke in den Arbeitsalltag statt viraler Comedy-Sketches. So zeigen die Polizeibeamten, dass sie Social Media verstehen, aber auch, dass sie ihren Job ernst nehmen – und der Erfolg gibt ihnen recht.“
Über die Untersuchung:
Für den Vergleich wurden die offiziellen Kanäle der Polizei in den 50 größten Städten sowie in den Bundesländern auf Instagram, Facebook, X, LinkedIn, YouTube, Threads, TikTok und WhatsApp berücksichtigt und die Followerzahl miteinander verglichen (Stand der Untersuchung 09. März 2026). LinkedIn-Kanäle, die nicht von der Institution selbst beansprucht wurden, werden nicht berücksichtigt. Potsdam, Leverkusen, Mülheim an der Ruhr, Solingen, Saarbrücken, Dresden, Leipzig, Chemnitz und Erfurt führen keine eigenen Social-Media-Kanäle.
