Deutschlands Olympioniken im Social-Media-Check
- Netzschreier analysiert die Instagram-Profile aller deutschen Teilnehmer bei den Olympischen Winterspielen 2026
- Bobfahrerin Lisa Buckwitz und Eishockeyspieler Leon Draisaitl sind auf Social Media am erfolgreichsten
- Skispringen und Biathlon erreichen hohe Reichweiten, Curling eher weniger
188 Sportlerinnen und Sportler reisen als Teil des deutschen Teams zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d’Ampezzo, 111 dürfen sich zum ersten Mal olympische Athleten nennen. Wie viele von ihnen sportliche Glanzleistungen liefern werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Welche von ihnen aber bereits jetzt auf den sozialen Medien glänzen, hat die Influencer-Agentur Netzschreier herausgefunden und dafür die Instagram-Profile aller deutschen Olympioniken analysiert. Das Ergebnis: Nicht nur sportliche Leistungen sorgen im Netz für Aufmerksamkeit.
Das sind Deutschlands Top-Influencer bei Olympia
Die größte Reichweite des deutschen Olympia-Teams hat die Bobfahrerin Lisa Buckwitz. Mit 459.000 Followern auf Instagram dürfte die Sportlerin, die 2018 bereits Olympia-Gold in Südkorea holte, eine der weltweit bekanntesten Bobfahrerinnen sein. Dabei könnten allerdings nicht nur ihre sportlichen Erfolge eine Rolle spielen: Die Berlinerin Buckwitz war 2022 in der Olympia-Ausgabe des Playboy mit einer Akt-Fotostrecke zu sehen, und hat einen erfolgreichen Account bei OnlyFans, auf dem sie allerdings vor allem sportliche Einblicke zeigt. Die für Erotik-Content bekannte Plattform sponsert 2026 auch ihre Olympia-Reise.
Auf dem zweiten Platz liegt der Kölner Star-Eishockeyspieler Leon Draisaitl mit 434.800 Followern. Bei den Edmonton Oilers in Kanada war Draisaitl zeitweise der bestbezahlte Eishockeyspieler der NHL. Skispringer Andreas Wellinger belegt den dritten Platz mit 163.700 Followern, darauf folgt die Biathlon-Hoffnung Franziska Preuß mit 157.500 Followern. Mit Moritz Seider und seinen 130.600 Followern vollendet ein weiterer deutscher Eishockeyspieler mit einer Karriere in Nordamerika die Top 5.
Diese Sportarten funktionieren auf Social Media besonders gut
Keine Sportart scheint auf Instagram so sehr zu begeistern wie Skispringen: Im Durchschnitt erreichen die deutschen Skispringer 45.300 Follower und liegen damit bei den olympischen Sportarten an der Spitze. Die Biathleten schaffen es mit 37.500 durchschnittlichen Followern auf Platz zwei, während Sportler, die für die Nordische Kombination nach Norditalien reisen, den dritten Platz mit durchschnittlich 30.400 Followern belegen. Trotz der Prominenz von Lisa Buckwitz schaffen es Deutschlands Bobfahrer mit einer Durchschnittsreichweite von 26.100 Followern „nur“ auf den vierten Platz. Deutschlands Ski Alpin-Team belegt mit 24.200 Followern auf Rang fünf.
Allerdings zeigt die Analyse auch, welche Sportarten auf den sozialen Medien Nachholbedarf haben: Deutschlands olympische Curling-Profis erreichen durchschnittlich gerade einmal 840 Follower und liegen damit auf dem 15. und letzten Platz der Sportarten. Die deutschen Eisschnellläufer schaffen es zwar auf durchschnittlich 2.200 Follower, liegen aber trotzdem noch auf dem vorletzten Platz. Auf dem drittletzten Platz liegen die deutschen Skibergsteiger gemeinsam mit den Sportlern im Ski Freestyle mit jeweils 3.800 Followern.
Netzschreier-CEO: „Sportler können durch Social Media Erfolge in finanzielle Stabilität ummünzen“
„Social Media bietet Profiathleten nicht nur eine Möglichkeit, ihr öffentliches Profil zu schärfen und mit ihren Fans zu kommunizieren, sondern wird für immer mehr auch eine ernst zu nehmende Einkommensquelle. Leistungssport ist keine günstige Beschäftigung: Lisa Buckwitz sagt etwa, eine Bobsaison koste als Team 50.000 Euro. Auf Preisgelder kann man sich natürlich nicht verlassen und selbst eine olympische Goldmedaille bringt lediglich 20.000 Euro. Es ergibt für Sportlerinnen und Sportler also absolut Sinn, die Aufmerksamkeit, die ihnen bei großen Wettkämpfen von der breiten Öffentlichkeit zuteil wird, in Reichweite auf den sozialen Medien zu verwandeln – die wiederum finanzielle Möglichkeiten eröffnet.
Dadurch werden auch Sportler jenseits des Superstar-Levels als Kooperationspartner von Marken immer interessanter. Dass hochspezialisierte Marken für Sportequipment Athleten sponsern, ist nichts Neues, doch eine größere Social-Media-Präsenz macht Deutschlands Olympioniken auch für breiter aufgestellte Brands attraktiv. Bei den kommenden Winterspielen werden wir also aufmerksam beobachten, welche Sportler die riesige Aufmerksamkeit, die Olympia mit sich bringen, für sich auf Social Media zu nutzen wissen.“
Über die Untersuchung:
Für den Vergleich wurden die offiziellen Instagram-Profile aller Athleten des deutschen Teams erfasst, die für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo nominiert wurden. Grundlage der Untersuchung ist die offizielle Nominierungsliste des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Insgesamt wurden 188 Sportler (inklusive vier Ersatzathleten) aus 14 Disziplinen berücksichtigt. Davon führen alle ein Instagram-Profil auf der Plattform. Die Bobsportler Tobias Arlt und Tobias Wendl führen einen gemeinsamen Account. Ausgewertet wurden die absoluten Followerzahlen pro Athleten sowie die Reichweiten zwischen den einzelnen Sportarten (Stand der Untersuchung: 02.02.2026).
